Kooperation für konkrete Lösungen: DigitalService und FITKO stoßen Entwicklung einer automatisierten Einkommensprüfung an

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Gruppenfoto der Beteiligten des Hackathons

© DigitalService

Wie werden aus strategischen Leitlinien Lösungen für die Verwaltungsmodernisierung? Die FITKO (Föderale IT-Kooperation) und der DigitalService des Bundes zeigen gemeinsam, wie das gelingen kann: In einem Hackathon haben sie mit Expert:innen aus Verwaltung, Tech und Fachpraxis erste Lösungsansätze für ein automatisiertes Einkommensprüfmodul erarbeitet. Ziel ist es, eine wiederkehrende und aufwändige Querschnittsaufgabe wie die Einkommensprüfung einfacher, effizienter und nachnutzbar zu gestalten.

Die Einkommensprüfung ist für viele Verwaltungs- und Sozialleistungen zentral – gleichzeitig ist sie bislang mit einem hohen manuellen Aufwand verbunden. Nachweise müssen geprüft, eingeordnet und bei Unklarheiten nachgefordert werden. Das bindet Zeit und Personal auf Seiten der Verwaltung und erhöht den Aufwand für Bürger:innen. 

Hier setzt die Zusammenarbeit der FITKO und des DigitalService an. Im Auftrag des IT-Planungsrats bringt die FITKO ausgewählte Aspekte der Föderalen Digitalstrategie in die Umsetzung, wie etwa die Leitlinie „Neuordnung von Zuständigkeiten zur Entlastung von Kommunen“. Ein zentrales Ziel dabei ist es, Kommunen spürbar zu entlasten, vor allem dort, wo sich Entwicklungs- und Umsetzungsaufwände durch gemeinsame, wiederverwendbare Lösungen bündeln lassen. Gemeinsam mit dem DigitalService wurde deshalb ausgelotet, an welcher Stelle ein konkreter, fachübergreifender Hebel liegt. Die automatisierte Einkommensprüfung erwies sich dabei als besonders relevantes Handlungsfeld.

 

Strategie mit kollaborativen Initiativen in die Umsetzung bringen

Um schnell von der strategischen Zielsetzung zu ersten Lösungsansätzen zu kommen, haben die FITKO und der DigitalService einen gemeinsamen Hackathon organisiert. Rund 30 Teilnehmende aus Softwareentwicklung, Produktmanagement und Fachpraxis arbeiteten zwei Tage lang an der Frage, wie sich die Bearbeitungszeit bei der Einkommensprüfung deutlich verkürzen und Teilprozesse automatisieren lassen. Finanziert wurde das Format durch den IT-Planungsrat.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie ein automatisiertes Einkommensprüfmodul künftig ausgestaltet sein könnte. Am Beispiel des Elterngelds wurde ein erster Prototyp für eine technische Komponente entwickelt, die Einkommensdaten strukturiert verarbeitet, auf Vollständigkeit und Plausibilität prüft und Fachverfahren bei der weiteren Bearbeitung unterstützt. Damit wurde kein weiteres abstraktes Konzeptpapier erarbeitet, sondern eine belastbare Grundlage für die nächsten fachlichen und politischen Schritte gelegt.

 

Kooperation als Arbeitsmodus

Beteiligt waren neben der FITKO, die hier auch die Expertise aus dem Föderalen Informationsmanagement, der NOOTS-Umsetzung sowie dem IT-Architekturmanagement einbrachte, und dem DigitalService auch Akteur:innen mit unterschiedlicher fachlicher Perspektive und Umsetzungserfahrung. Darunter Sprind, die L-Bank Baden-Württemberg sowie das Start-up forml. Gerade diese Verbindung aus strategischer Perspektive, technischer Entwicklung und Fachpraxis war entscheidend für einen konsistenten Lösungsansatz. 

„Gerade bei komplexen Querschnittsaufgaben wie der Einkommensprüfung zeigt sich, wie wichtig es ist, im Strategiemanagement strategische Leitlinien früh mit fachlicher und technischer Umsetzung zusammenzudenken. Der Hackathon hat dafür einen wertvollen Raum geschaffen: unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und daraus einen belastbaren Ausgangspunkt für nachnutzbare Lösungen zu entwickeln“, erklärt Jonas Meinig, verantwortlich für das Hackathon-Projekt im Rahmen des Strategiemanagement bei der FITKO (Föderale IT-Kooperation).

 

Vom Lösungsansatz zum nachnutzbaren Baustein

Die im Hackathon entwickelten Ansätze sollen nun weiter konkretisiert, fachlich geschärft und mit weiteren Partnern diskutiert werden. Ziel ist es, aus der gemeinsamen Vorarbeit Perspektiven für eine schrittweise Umsetzung gemeinsam mit Bund und Ländern zu entwickeln, anschlussfähig an politische Zielbilder, technische Architekturen und die Bedarfe der Praxis.

„Wenn Bund und Länder gemeinsam an einem Tisch sitzen, entsteht die nötige Geschwindigkeit für die Verwaltungsdigitalisierung. Die Zusammenarbeit von FITKO und DigitalService bündelt föderale Expertise mit operativer Umsetzungsstärke auf Bundesebene. Unser Einkommensprüfmodulprototyp beweist als Pilotprojekt, dass wir gemeinsam in kürzester Zeit zentrale Lösungen schaffen können, die den Kommunen den Rücken freihalten und die Verwaltung spürbar entlasten", unterstreicht Leander Huth, Senior Produkt Manager des DigitalService.

Das Thema Einkommensprüfung kann dabei zu einer wichtigen Blaupause werden. Es steht exemplarisch für die Frage, wie Querschnittsaufgaben im föderalen Vollzug künftig effizienter organisiert werden können. Perspektivisch können daraus nachnutzbare Bausteine entstehen, die an größere Entwicklungslinien wie die Föderale Modernisierungsagenda und den Deutschland-Stack anschließen.

 

Mehr Hintergrund zum Projekt und dem Drei-Phasen-Konzept zur Umsetzung:

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