Registermodernisierung erreicht Meilenstein: Erste Nachweisdatenabrufe laufen über das NOOTS

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Durch die ersten erfolgreichen Datenabrufe über das NOOTS zeigt sich, wie Verwaltungsprozesse künftig einfacher und schneller ablaufen können. Der Weg zu spürbaren Entlastungen für Bürger:innen und Unternehmen ist damit bereitet.

Das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS) ist eine technische Infrastruktur, mit der Daten von Bürger:innen sowie Unternehmen sicher zwischen Behörden ausgetauscht werden können – mit der Zustimmung der Antragstellenden und hoher Transparenz in der Datenverarbeitung. Die Verwaltung kann dann bereits vorhandene Daten nutzen, ohne dass diese immer wieder beigebracht werden müssen (Once Only). Das spart Zeit, reduziert Aufwände und ermöglicht effizientere digitale Verwaltungsprozesse. Das NOOTS schafft dafür die Voraussetzungen. Und dies nicht nur in Deutschland, sondern auch im Austausch mit anderen EU-Staaten.

Im Auftrag des IT-Planungsrats, des zentralen politischen Steuerungsgremiums von Bund und Ländern für die Verwaltungsdigitalisierung, begann Anfang 2025 die Umsetzung der ersten Ausbaustufe des NOOTS. Diese wurde inzwischen in einem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierten Rechenzentrum in Betrieb genommen. Die Entwicklung erfolgte in enger Abstimmung mit zwei konkreten Anwendungsfällen: Einem Datenabruf aus dem Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamts zur Beantragung eines Anwohnerparkausweises in Baden-Württemberg und aus dem Handelsregister für eine Gewerbeanmeldung in Nordrhein-Westfalen. Der erfolgreiche Nachweisdatenabruf aus dem Kraftfahrt-Bundesamt hat nun gezeigt, dass der digitale Datenaustausch über das NOOTS funktioniert; der Datenabruf aus dem Handelsregister folgt in Kürze. Damit ist der Grundstein für die Anbindung weiterer Online-Dienste und Register gelegt. 

„Die Registermodernisierung schafft echte Entbürokratisierung. Mit den ersten Nachweisdatenabrufen zeigt das NOOTS den dafür nötigen technischen Durchstich und die Grundlage für das Once-Only-Prinzip. Dieser Erfolg zeigt, dass föderale Digitalisierung dann gelingt, wenn Bund und Länder gemeinsame Architekturen konsequent umsetzen. Wir etablieren damit eine Infrastruktur, die für alle Register und Verwaltungsbereiche skalierbar ist“, sagt Dr. André Göbel, Präsident der FITKO (Föderale IT-Kooperation).

„Die Pilotprojekte geben einen Einblick, wie Behörden über das NOOTS zukünftig die benötigten Daten sicher und zuverlässig austauschen – vergleichbar mit einer gemeinsamen Datenautobahn. Das NOOTS macht Verwaltungsabläufe für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen deutlich effizienter. Jetzt kommt es darauf an, dass sich möglichst rasch weitere öffentliche Stellen anschließen“, ergänzt Katja Wilken, Präsidentin des Bundesverwaltungsamtes (BVA).

Die Gesamtverantwortung für die Registermodernisierung liegt beim IT-Planungsrat. Mit dem NOOTS-Staatsvertrag wurde auch die operative Umsetzung definiert: Die FITKO (Föderale IT-Kooperation) und das BVA setzen das NOOTS gemeinsam um. Die FITKO verantwortet die Gesamtleitung und die fachliche Koordination. Das BVA übernimmt die technische Umsetzung, den Betrieb und die Weiterentwicklung des NOOTS. Um die Anbindung an das NOOTS zu erleichtern, wird derzeit ein gemeinsames Wissensmanagement unter noots.gov.de eingerichtet, das ab Frühjahr 2026 zur Verfügung stehen wird. Bereits jetzt können sich verantwortliche Stellen von Online-Diensten und Registern dort über die Vorregistrierungsplattform für die künftige Anbindung an das NOOTS anmelden. 

Im laufenden Jahr werden weitere Anwendungsfälle umgesetzt und die technischen Komponenten des NOOTS ergänzt und weiterentwickelt. Ziel ist es, im November 2026 ein ausgereiftes System für den Flächen-Rollout bereitzustellen. Parallel wird ein Datenmanagementsystem etabliert und die Anbindungsprozesse optimiert, um die Integration für Behörden möglichst nutzerfreundlich und effizient zu gestalten.

 

 

Über den deutschen IT-Planungsrat

Der deutsche IT-Planungsrat unterstützt als politisches Steuerungsgremium die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Fragen der Informationstechnik und der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen. Er fördert nutzungsorientierte elektronische Verwaltungsdienste und wirkt auf einen wirtschaftlichen, effizienten und sicheren IT-Betrieb der Verwaltung hin. 

Weitere Informationen: www.it-planungsrat.de

 

Über die FITKO

Die FITKO (Föderale IT-Kooperation) bildet den operativen Unterbau des IT-Planungsrats. Sie wurde nach Inkrafttreten der Änderung des IT-Staatsvertrages (Oktober 2019) am 1. Januar 2020 als eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts in Trägerschaft aller Länder und des Bundes errichtet. Mit Sitz in Frankfurt am Main bündelt die FITKO die nötigen Ressourcen und Kompetenzen unter einem Dach, um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung im Auftrag des IT-Planungsrats zielgerichtet zu koordinieren und voranzutreiben.

Weitere Informationen: www.fitko.de

 

Über das Bundesverwaltungsamt

Als zentraler Dienstleister des Bundes nimmt das BVA eine Fülle von Verwaltungsaufgaben wahr, ist Umsetzungsbehörde für die Registermodernisierung und verantwortet innovative Projekte im Bereich der Verwaltungsmodernisierung. Darüber hinaus tritt das BVA als Spezialist für Entwicklung, Betrieb und Weiterentwicklung von Fachverfahren in den Bereichen Öffentliche Sicherheit und Migration auf und bietet zentrale Services für das Personalmanagement sowie die Antrags- und Vollzugsverwaltung an.

Weitere Informationen: www.bva.bund.de

 

Pressekontakt FITKO (Föderale IT-Kooperation)

Ariana Neves
Pressesprecherin
Tel.: 069-58303 2405
E-Mail: ariana.neves@fitko.de

 

Pressekontakt Bundesverwaltungsamt

Dr. Katharina Kunißen
Pressesprecherin
Tel.: 0228-99358 27240
E-Mail: presse@bva.bund.de